Überwinterung Bartagamen


Wir erhalten im Herbst fast täglich Anrufe von Kunden und Halter von Bart und Zwergbartagamen bezüglich Winterruhe ihrer Tiere. Wir möchten hier mal unsere Erfahrungen mit diesem Thema erläutern.

Da wir eine Zuchtsstation sind halten unsere Australischen Agamen natürlich alle eine mehrmonatige Winterruhe. Wir halten uns beim Start der Winterruhe nicht an ein fixes Datum im Kalender. Wir beobachten unsere Tiere ganz genau und achten auf deren Verhalten. Im Normalfall zeigen uns die Tiere selber wann sie in die Winterruhe gehen möchten. Dies hängt unserer Meinung nach stark mit dem Wetter draußen zusammen. Wenn der Wintereinbruch früher kommt werden die Agamen auch früher inaktiv und fangen an sich im Terrarium zurückzuziehen. Dies geschieht häufig noch bevor wir die Temperatur absenken und die Beleuchtungsdauer verkürzen.

Wenn wir dies Beobachten wird bei den Tieren eine allgemeine Kontrolle des Gesundheitszustandes durchgeführt. Bei Weibchen muss speziell darauf geachtet werden, dass sie nicht noch Eier tragen.
Pogona henrylawsoni
Pogona henrylawsoni
Wenn die Tiere soweit gesund sind, wird die Beleuchtungsdauer im Terrarium verkürzt. Das heißt wir schalten die Lampen am Morgen später ein und am Abend früher aus. Pro Woche nehmen wir den Tieren ca. 1-2 Stunde Beleuchtung. Nach ca. 4 Wochen stecken wir die erste Heizlampe ganz aus, danach jede Woche eine Lampe bis im Terrarium gar kein Licht mehr brennt. Gleichzeitig wird der Raum künstlich auf ca. 15° abgekühlt.

Falls man in der Wohnung diese Möglichkeit nicht hat gibt es noch die Methode die Tiere in eine Kunststoffbox zu setzen und die Überwinterung im Keller oder Dachstock durchzuführen.Das Ziel ist es den Tieren eine ca. 2-3 Monatige Ruhephase zu gönnen bei denen sie auch Fettreserven abbauen können welche sie sich den Sommer durch angefressen haben.Nach dieser Zeit lässt man die ganze Prozedur wieder rückwärts laufen, um die Tiere langsam zu wecken.

Viele Halter möchten mit ihren Tieren diese Winterruhe nicht machen. Dies ist aber nicht ratsam da die Tiere diese Ruhephase brauchen und meist auch ohne Zutun des Halters inaktiv werden und schließlich ganz schlafen gehen.

Wenn man die Beleuchtungsdauer nicht verkürzt und die Temperatur nicht absenkt kann es passieren dass die Tiere im Frühling nicht richtig wach werden, da die äußeren Bedingungen ja immer die gleichen waren. Ebenfalls verbrennen die Tiere bei hohen Temperaturen viel mehr Energie als wenn der Stoffwechsel runtergefahren wurde.

Wir sind der Meinung, dass eine Winterruhe bei Bart- und Zwergbartagamen ganz klar von Vorteil ist und das Wohlbefinden der Tiere fördert.